Am 21. April 1843 erteilte das Großherzogliche Bezirksamt in Ettenheim die sogenannte "Braugerechtigkeit", die der Gründer und Braumeister dieser Brauerei, Georg Stöckle Schmieheim (1834-1884), dazu ermächtigte, selbst gebrautes Bier auszuschenken. Keine leichte Arbeit inmitten einer gesegneten Weingegend, gutes Bier zu brauen.
Weitergeführt wurde die Brauerei von Georg-Friedrich Stöckle (1836-1943), dem Sohn des Gründers. Ab 1880 wurde die Brauerei nicht nur wie früher üblich als Hausbrauerei betrieben, sondern es wurde auch Bier in andere Wirtschaften verkauft. Unter der Leitung von Georg-Friedrich und seiner Ehefrau Magdalena wurde 1911 die zweigeschossige Kelleranlage gebaut. Als Kühlung für die Brauerei und für die Kundschaft wurde von den Eisweihern im Winter das Eis in die Keller gebracht.
Im Jahre 1927 wurde die alte Brunnenanlage (als Oberflächenquellsammlung) durch einen 80m Tiefbrunnen ersetzt. Der Vorteil lag darin, dass aus dieser Naturquelle Brauwasser mit hohem Reinheitsgrad gewonnen werden konnte.
Eine weitere Modernisierung war 1930 der Einbau einer leistungsstarken Ammoniak-Kälteanlage ("Linde-Prinzip") zur zusätzlichen Kunsteisgewinnung. Damit war die Brauerei Stöckle die erste Kunsteisfabrik weit und breit.
Nach dem Tod von Georg-Friedrich im Jahre 1934 über- nahm sein Sohn Friedrich (1907-1944) die Stöckle-Brauerei und führte sie zusammen mit seiner Mutter Magdalena unter dem Namen "Schlossbrauerei M+F Stöckle" weiter, bis 1942 Friedrich in den 2.Weltkrieg einberufen wurde und die Brauerei vorübergehend geschlossen werden musste.
Ende des 2. Weltkrieges überlebten rund 3000 Braustätten in Deutschland. Darunter auch die Stöckle-Brauerei, die 1948 von Friedrichs Schwestern Marie Müller geborene Stöckle (1898-1984) unter schwersten Bedingungen wieder eröffnet wurde. Dazu war eine zweijährige Vorbereitungszeit notwendig, da erst alle dazu erforderlichen Geräte, vor allem Lagertanks, zu organisieren waren.